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Blog Richtig üben

Gitarre üben und Fortschritt dokumentieren

Bernd Kiltz Bernd Kiltz

Gitarre üben und Fortschritt dokumentieren: Warum Du Dich regelmäßig aufnehmen solltest.

„Jetzt hab ich so lange geübt, aber ich habe das Gefühl, nicht besser geworden zu sein.” Stimmt das? Oder spielt Dir vielleicht Deine Wahrnehmung einen Streich?

In diesem Blogbeitrag geht es ums Dokumentieren Deines Fortschritts auf Video. Ja, Video: weil es die mit Abstand einfachste Möglichkeit ist in der heutigen Welt, wo jedes Smartphone Videos aufnehmen kann. Und weil Video außer dem Klang auch noch Deine Handhaltung aufnimmt.

Eine persönliche Geschichte

2005, September, beim Bier mit ein paar Freunden. Ich: „Jetzt habe ich vier Jahre Jazz studiert, habe ein Diplom und sogar für das Abschlussprüfungs-Konzert die Bestnote erhalten. Trotzdem habe ich das Gefühl, es war für die Katz, denn ich habe vor vier Jahren genau so gut gespielt.”

Diese Aussage habe ich wirklich getroffen, und ich war zudem noch völlig davon überzeugt!

Kurze Zeit später fiel mir eine DVD in die Hand, auf der jemand bei einer Jazz-Session meine Performance gefilmt hatte. Das war ziemlich genau ein Monat nach Beginn des Studiums, also 2001. Nichtsahnend legte ich sie ein und drückte auf Play.

Mein Spiel war GRAUSAM. Timing schlecht, Tonauswahl geht so, es hat nicht geswingt und der Sound war auch bescheiden. Ich war völlig geschockt, aber was mir da vor Augen geführt wurde, war ganz einfach eine völlig falsche Selbstwahrnehmung.

Natürlich war ich in den vier Jahren mit 60 Minuten Privatunterricht die Woche, zwei Ensemble-Proben und über 200 Auftritten besser geworden! Und zwar um WELTEN. So sehr, dass ich mein eigenes Spiel von vor vier Jahren völlig erbärmlich fand!

Warum Du den Fortschritt nicht bemerkst

Man wird, wenn man übt, jeden Tag ein kleines bisschen besser. Und das ist gerade dann, wenn man schon mehr als ein Jahr spielt, so wenig, dass man es selbst nicht bemerkt. Hinzu kommt noch, dass man eigentlich im Schlaf besser wird und nicht direkt während des Übens. Die Neuronen verknüpfen sich bzw. verstärken sich in den Pausen.

Du merkst die große Entwicklung nicht durch Deine eigene Wahrnehmung.

Deshalb: Fertige UNBEDINGT in Abständen von höchstens vier Wochen (besser zwei) Videos von Deinem Spiel an und archiviere sie so, dass Du sie auch wiederfindest!

So machst Du es praktisch

Es geht überhaupt nicht um die Bild- oder Tonqualität Deines Videos. Eine billige Webcam reicht! Es geht nur darum, es irgendwie festzuhalten, nicht darum, ein professionelles Demo aufzunehmen.

Ein kleiner Tipp: Je mehr Licht, desto besser, und es sollte auf die Gitarre scheinen und nicht hinter Dir sein. Du brauchst auch keinen extra Smartphone-Halter, sondern kannst einfach eine Tasse als Ständer nehmen und auf den Tisch vor Dich stellen.

Die beste Methode ist, die Videos auf ein Video-Portal wie YouTube hochzuladen. Keine Angst: Du kannst die Videos auf “Privat” oder “Nur Link” stellen, damit nur Du sie sehen kannst. Auf dem Portal sind sie dann schön nach Datum geordnet und Du kannst Dir jederzeit Deinen Fortschritt ansehen.

Das ist übrigens ein schöner Nebeneffekt der Video-Feedback-Funktion im Premium-Abo. Dadurch, dass Du alle zwei Wochen ein fünfminütiges Video schickst, hast Du auch gleichzeitig eine schöne Dokumentation Deines Fortschritts.

Strukturiert üben lernen

Im Kurs Grundkurs E-Gitarre lernst Du das Thema von Grund auf, mit klarer Struktur und Video-Lektionen.