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Moll-6-Pentatonik: Ein Ton für Jazz-Sound

Bernd Kiltz Bernd Kiltz

Kurz & knapp

Die A-Moll-Pentatonik besteht aus den Tönen A, C, D, E und G. Wenn du dir diese Töne genauer anschaust, fällt auf: Das G ist die kleine Septime von A.

Kennst du das Gefühl, wenn du über eine Akkordfolge improvisierst und es klingt irgendwie okay, aber nicht wirklich überzeugend? Als würdest du einfach nur Töne aneinanderreihen, ohne dass die Musik wirklich auf die Akkorde reagiert? Genau da setzt dieser Trick an. Und das Schöne daran: Du musst dafür nur einen einzigen Ton austauschen.

Die normale Moll-Pentatonik und ihr kleines Geheimnis

Die A-Moll-Pentatonik besteht aus den Tönen A, C, D, E und G. Wenn du dir diese Töne genauer anschaust, fällt auf: Das G ist die kleine Septime von A. Deshalb könnte man diese Skala eigentlich präziser als Moll-7-11-Pentatonik bezeichnen. Das ist der Ton, der ihr den typischen Bluesrock-Charakter gibt.

Jetzt kommt der entscheidende Schritt: Was passiert, wenn du dieses G durch ein F# ersetzt?

Die Moll-6-Pentatonik: A, C, D, E, F#

Du erhältst die A-Moll-6-Pentatonik. Die große Sexte F# tritt an die Stelle der kleinen Septime G. Im Fingersatz bedeutet das ganz konkret: Überall, wo du normalerweise ein G spielst, gehst du einen Halbton höher und spielst ein F#.

Klingt erstmal nach einer kleinen Änderung. Ist es auch. Aber der Klangunterschied ist bemerkenswert. Die Skala klingt offener, schwebender, und ja, deutlich jazziger. Über einem Am6-Akkord macht das natürlich sofort Sinn, der Akkord und die Skala teilen dieselben charakteristischen Töne.

Aber der eigentliche Trick liegt woanders.

Warum diese Skala über D9 so perfekt funktioniert

Schau dir die Töne der A-Moll-6-Pentatonik mal aus einer anderen Perspektive an: A, C, D, E, F#. Wenn du D als Grundton nimmst und die anderen Töne dazu in Beziehung setzt, bekommst du folgendes Bild:

D ist der Grundton. F# ist die Durterz. A ist die Quinte. C ist die kleine Septime. E ist die None.

Das ist im Grunde ein D9-Arpeggio mit None. Die A-Moll-6-Pentatonik enthält also alle wesentlichen Töne eines D9-Akkords. Wenn du über D9 improvisierst und diese Skala verwendest, triffst du automatisch die richtigen Farben dieses Akkords.

Die Anwendung: Am7 → D9

Diese Akkordfolge kennst du vielleicht aus Santanas „Oye Como Va”. Am7 und D9 wechseln sich ab, und genau hier entfaltet der Trick seine volle Wirkung.

Über Am7 spielst du die normale A-Moll-Pentatonik. Über D9 wechselst du zur A-Moll-6-Pentatonik. Du bleibst in derselben Lage auf dem Griffbrett, du verwendest denselben Grundfingersatz und änderst dabei nur einen einzigen Ton. Das G wird zum F#.

Das Ergebnis klingt so, als würdest du ganz genau wissen, was du tust. Weil du es tatsächlich tust – nur eben mit einem sehr eleganten, einfachen Mittel.

Der nächste Schritt: Die 2-5-1-Verbindung

Wenn du das Prinzip verstanden hast, kannst du es auf eine der häufigsten Akkordfolgen im Jazz anwenden: die 2-5-1-Verbindung. In G-Dur sieht das so aus: Am7 → D9 → Gmaj7.

Über Am7 spielst du die normale A-Moll-Pentatonik.

Über D9 wechselst du zur A-Moll-6-Pentatonik (G wird zu F#).

Über Gmaj7 rutschst du zwei Bünde höher und spielst die B-Moll-Pentatonik.

Drei Pentatonik-Fingersätze, die du wahrscheinlich alle schon kennst. Und zusammen ergeben sie eine komplette, musikalisch stimmige Improvisation über eine klassische Jazz-Akkordfolge.

Was du daraus mitnehmen kannst

Die Moll-6-Pentatonik zeigt, wie viel Ausdruckskraft in kleinen Veränderungen steckt. Du musst keine völlig neuen Skalen lernen. Du nimmst etwas, das du bereits kannst, und erweiterst es um einen Halbton. Probier es aus, hör genau hin, was sich verändert, und lass dein Ohr entscheiden, wann dieser eine Ton den Unterschied macht.

Häufige Fragen

Was ist die normale Moll-Pentatonik und ihr kleines Geheimnis?
Die A-Moll-Pentatonik besteht aus den Tönen A, C, D, E und G. Wenn du dir diese Töne genauer anschaust, fällt auf: Das G ist die kleine Septime von A.
Was bedeutet Die Moll-6-Pentatonik?
Du erhältst die A-Moll-6-Pentatonik. Die große Sexte F# tritt an die Stelle der kleinen Septime G.
Warum diese Skala über D9 so perfekt funktioniert?
Schau dir die Töne der A-Moll-6-Pentatonik mal aus einer anderen Perspektive an: A, C, D, E, F#.

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